Angst ist ein natürliches Phänomen, dass uns Menschen in gewisser Maßen einschränkt. Ängste begegnen jedermann tagtäglich, seien diese gegenüber Personen, der Zukunft, dem Tod oder vor sich Selbst. Die unerträglichste Angst allerdings, besteht vor sich Selbst und seinem Leben bzw. der Zukunft. Diese Angst kann man auch als Angststörung bezeichnen, die aufgrund einer Vulnerabilität genetisch veranlagt ist, diese verleitet einen auf bestimmte Reize und Situationen besonders ängstlich zu reagieren. Dazu kommen noch gewisse Komponenten hinzu, die mit Stress oder schlechten Erfahrungen verbunden sind und immer wieder kognitiv aufgegriffen werden, wenn sich ähnliche Situationen ereignen. Eine klassische Form der Angst, wie die Sozialphobie ist sehr weit in unserer Gesellschaft verbreitet, auch ich bin immer noch ein Opfer ihrer. Menschen mit sozialer Angst haben Angst vor Situationen, in denen sie im Mittelpunkt stehen oder die Befürchtung, sich auf eine Weise peinlich zu verhalten. Ich werde mit dieser Angst seit meiner Kindheit begleitet, sie verfolgt mich auf Schritt und Tritt, aber hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren enorm verringert. Ich hatte schreckliche Angst mich mit Menschen zu unterhalten, aus Angst, etwas peinliches zu sagen und ihnen einen Grund zu geben mich auszulachen. Meist habe ich vermieden, mich in der Schule mündlich zu beteiligen, da mich genau diese Angst vor dem verurteilt werden ,verfolgt hat. Natürlich hatte dies zur Folge, dass ich unzufriedene Noten erwirtschaftete, aber meine Angst ergriff Oberhand. Deshalb habe ich sehr oft bzw. so gut wie immer versucht sozialen Situation aus dem Weg zu gehen, um nicht meiner willensstarken Angst zu verfallen. Außerdem wollte ich nicht, dass man mir die Angst durch bemerkbare körperliche Symptomen ansah. Ich habe es so gut wie möglich vermieden, der Wirklichkeit gegenüber zu treten und mir meine eigene Fantasiewelt gebaut, in der mich wohlfühlte. Dadurch wurde ich natürlich Tag zu Tag einsamer, weshalb ich enorme Schwierigkeiten entwickelte, um mich normal mit Menschen zu unterhalten. Ich war ganz allein mit meinen Ängsten, Sorgen und hatte niemals Freunde, nur meine Angst. Diese Angst hat zur Folge, dass man ein sehr geringes Selbstbewusstsein entwickelt und immer unsicher ist, man glaubt nicht mehr an sich selbst und dem positiven und hat ständig die Befürchtung im Leben zu versagen. Man empfindet die Angst als ziemlich belastend, sie schränkt den Alltag ein, führt zu einer Leistungsunfähigkeit, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und entwickelt sich irgendwann zu einer starken Depression, die einen nicht mehr los lässt.So habe ich dies all die Jahre meiner Kindheit erlebt,aber schlimmer wurde es jedoch, wenn sich aus dieser Angst, plötzlich eine Panikattacke entwickelte, die mich immer glauben ließ, dass ich dem Tod nah war, weshalb diese in einem sich immer wiederholenden Teufelskreis endete. Umso mehr macht man sich Gedanken , dass diese immer und überall auftreten kann, den das wird sie auch. Diese ständigen Sorgen sind schädlich, man versucht sie zu unterdrücken , was zu Folge hat, dass diese häufiger und stärker auftreten. Heute kann ich sagen, dass ich meine Ängste relativ gut kontrollieren kann, es war kein einfacher Weg, aber es hat sich gelohnt. Ich kann mich normal mit Menschen unterhalten, mich nach Draußen begeben, im Mittelpunkt stehen und vieles mehr, wovor ich früher Angst hatte. Wie ich dies geleistet habe ? Tja, ich habe einen schrecklichen, aber effektiven Weg ausgesucht: Die Reizüberflutung. Die Reizüberflutung ist nichts weiteres, als das man sich angstauslösenden Situation stellt, diese aushält solange die Angst sich verringert. In diesem Prozess habe ich gemerkt, dass die Angst vor etwas zu tun stärker ist, als die eigentliche Angst, die in der entsprechenden Situation entsteht. Je häufiger man sich der Angst stellt, desto geringer wird der Angstpegel, da man merkt, dass die angstauslösende Situation gar nicht so schlimm ist, wie man es sich gedacht hat. Dabei kommt der innere Kritiker ins Spiel, der einen vor dem stellen der Angst weiß macht, dass man sowieso versagen wird oder nicht gut genug ist.
Weiteres zum Inneren Kritiker und Depression wird folgen 😀